Widerruf Lebensversicherung. Clerical Medical. Brexit

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Der mögliche Brexit rückt nun näher und somit mehren sich auch dessen
direkte Einwirkungen auf Deutschland wie vorliegend bezüglich der
Lebensversicherungsverträge mit der Scottish Widows Ltd., ehemals Clerical
Medical.

Nach Standard Life will nun auch die Scottish Widows
Lebensversicherungsverträge der ehemaligen Clerical Medical an eine
Gesellschaft in der EU – hier Luxemburg –  übertragen.

Auf der Website der Gesellschaft liest sich das wie folgt:

„Scottish Widows Limited plant,
sein europäisches Portfolio auf eine neue Gesellschaft in Luxemburg- Scottish
Widows Europe S.A.- zu übertragen, um auch nach dem bevorstehenden Austritt
Großbritanniens aus der Europäischen Union die Verwaltung von Verträgen und
Leistungsansprüchen zu gewährleisten.“

Damit soll verhindert werden, dass nach einem Brexit Ende März 2019 die
Verträge womöglich ihre Gültigkeit verlieren. Für die Kunden birgt diese
Variante jedoch eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Dies liegt darin begründet,
dass es in Luxemburg entgegen der Regelungen in Deutschland und Großbritannien keinen
Sicherungsfonds gibt. Diese Aufgabe übernimmt in Deutschland die Protektor
Lebensversicherungs-AG.

Nun weichen Versicherungsunternehmen wie Standard Life und Scottish
Widows, ehemals Clerical Medical, nach Irland und Luxemburg aus; beide Länder,
die eine solche Sicherung nicht vorsehen. In Anbetracht der negativen
Entwicklung der Lebensversicherer im Niedrigzinsumfeld der letzten Jahre erscheint
dies für den Kunden, der ohnehin schon mit schlechten Wertentwicklungen zu
kämpfen hat, als überaus riskant, da nun auch bei diesen Lebensversicherungen
der sog. „Totalverlust“ drohen kann.

Nun stellt sich für Versicherungsnehmer die Frage: Was tun?

Keine Alternative ist unserer Auffassung nach die Kündigung oder der
Verkauf der Police. Der Käufer einer solchen Police wird entsprechende
Abschläge vornehmen während im Falle der Kündigung (ein etwaiges
Sonderkündigungsrecht aufgrund des Brexit besteht nicht) der Police die bereits
aufgewandten, erheblichen Kosten des Vertrages endgültig verloren sind.

Gerade jetzt bietet sich der
Widerruf einer solchen Police an.

Insbesondere in Verträgen der Clerical Medical finden sich regelmäßig Fehler
in den Widerrufs- oder Rücktrittsbelehrungen, was nach Ausübung des Widerrufs-,
Rücktrittsrechts die Rückabwicklung des Vertrages ermöglicht.

Im Falle einer Rückabwicklung erhalten Sie Ihre eingezahlten Beiträge
vollständig zurück und bekommen zudem noch eine Nutzungsentschädigung für die
eingezahlten Beträge.

Das folgende Beispiel zeigt den Unterschied zwischen einer Kündigung und
der Rückabwicklung des Vertrages:

Clerical Medical

Summe eingezahlte Beiträge: 30.000,00 Euro

Rückkaufswert bei Kündigung: 35.000,00 Euro

Summe mit Rückabwicklung bei Widerspruch: 42.000,00 Euro

Differenz: 7.000,00 Euro

Gerade aufgrund des nun anstehenden Brexit und der oben beschriebenen
Folgen bietet es sich nun an, die Versicherungsverträge dahingehend überprüfen
zu lassen, ob ein Widerrufsrecht mit Erfolg geltend gemacht werden kann.

Dabei unterstützen wir Sie gerne mit einer kostenlosen Erstprüfung der
Verträge. Aufgrund unserer jahrelangen Tätigkeit insbesondere Verträge der
Clerical Medical betreffend können wir Ihnen dann eine realistische
Einschätzung darüber geben, ob ein Vorgehen gegen die Versicherung Sinn macht
oder aber auch nicht.

Rechtsanwalt

Christian Heitmann ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht. Seine Beratungsschwerpunkte liegen im Bank- und Kapitalmarktrecht, insbesondere im Bereich der fehlerhaften Anlageberatung.

Christian Heitmann schloss zunächst eine Ausbildung zum Bankkaufmann ab. Danach studierte er Rechtswissenschaften in Mainz und erwarb an den Universitäten Mannheim und Adelaide / Australien den Titel Master of Comparative Law (M.C.L.).

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